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Badewanne im Winter – Bad Driburg

Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, dann kann man viel sehen. Ich gehe sehr gerne mit offenen Augen durch die Welt und finde es jedes Mal erstaunlich, was passiert. Versucht es auch einmal. Schaut’ demjenigem, der Euch entgegen kommt offenen und freundlich ins Gesicht. Es kommt immer ein Lächeln zurück – oder sagen wir meistens. Aber ihr seht einfach auch so überraschende Dinge, wie die Badewanne, die ich in Bad Driburg entdeckt habe. Plötzlich zeigt sich in unerwartete Schönheit und das macht unbedingt gute Laune.

Wie ich einen Streit lösen kann!

Das 5 Phasen Modell der Mediation

Natürlich geht es in einer Mediation nicht immer schulbuchmäßig vor. Zum Glück! Denn wir sind alle Menschen und wir sind alle verschieden. Aber jeder Mediator hat einen Fahrplan im Kopf, denn er ist Herr über das Verfahren.

Phase 1 Vorbereitung und Auftragsklärung

Mindestens eine der streitenden Parteien muss die Initiative ergreifen und sich an einen Mediator wenden. Dann müssen auch die übrigen Parteien mit einbezogen werden. Ich halte es so, dass ich gerne den Initiator in einem ersten kurzen Gespräch allgemein, wenn nötig, über die Mediation und die Rahmenbedingungen informiere. Der Initiator hat dann aber die Aufgabe den oder die anderen Streitparteien zu überzeugen und zu einem ersten Termin mit zu bringen.

In diesem ersten Gespräch geht es zunächst nicht um die Sache selbst. Hier gilt es alle Fragen zum Verfahren und zu den Aufgaben und Pflichten des Mediators aber auch der Parteien zu klären.

  • Was ist der Sinn und Zweck der Mediation?
  • Wie verläuft sie?
  • Wer kann oder muss daran teilnehmen?
  • Was kostet es und wie lange dauert es?

Dieses und vieles andere kann besprochen werden.

Am Ende steht die Mediationsvereinbarung, die von allen unterzeichnet werden muss. Dann kann es losgehen.

Phase 2 Themensammlung

Sie würden nicht zu einem Mediator gehen, wenn alles “in Butter” wäre. Insofern gilt es jetzt zu klären, was der Konflikt ist. Worum geht es eigentlich?  Es gilt alle Fakten auf den Tisch zu legen, und zwar von allen Parteien gleichberechtigt. Wenn diese Aufgabe erfüllt ist, dann kann es in die nächste Phase gehen.

Phase 3 Interessenfindung

In der Regel geht es bei Konflikten um eine Art Stellungskampf oder die Verteidigung von Positionen. So kommt keiner wirklich weiter. Deswegen sitzen Sie inzwischen bei der Mediation und suchen einen anderen Weg. Warum und worum streiten Sie sich eigentlich? Wollen Sie wirklich “nur Recht” haben? In dieser Phase versuchen wir gemeinsam, ihre Interessen zu analyisieren. Diese können sehr vielfältig sein und können in der Tat auch deutlich gegeneinander sprechen. Das sei aber zunächst dahin gestellt. Zunächst sollte jeder wissen, was er wirklich möchte.

Phase 4 Lösungfindung

Den größten und schwersten Teil des Weges sind Sie schon gegangen. Nun versuchen Sie, mit Hilfe des Mediator, Lösungen zu finden. Wie schaffen sie es, ihre Interessen zu wahren. Dabei geht es nicht darum einen Kuchen aufzuteilen, sondern möglicherweise den Kuchen einfach ein wenig größer zu machen, so dass jeder seinen Anteil erhält. Hier gilt es gelegentlich um die Ecke zu denken und auch die verrücktesten Ideen zu Wort kommen zu lassen.

Phase 5 Abschluss

Geschafft! Wenn Sie sich als ehemalige Streitparteien auf eine Lösung geeinigt haben, dann wird diese noch schriftlich und verbindlich niedergeschrieben.

Literaturliste

Hier finden Sie eine kleine Auswahl von Büchern, die mich immer mal wieder, gerade jetzt oder nachhaltig beschäftigen:

Berne: Spiele der Erwachsenen. Psychologie der menschlichen Beziehungen. Hamburg, 2017

Fermers-Koch/Molthagen-Schnöring: Textspiele in der Wirtschaftskommunikation. Texte und Sprache zwischen Normierung und Abweichung. Wiesbaden, 2018

Haft/Schliefen (Hrsg.): Handbuch Mediation. München, 2016

Hofmann: Das FBI Prinzip. Verhandlungstaktiken für Gewinner. München, 2018

Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken. München, 2011

Schulz von Thun: Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie er Kommunikation. Hamburg, 2017

Schulz von Thun: Miteinander reden 4. Fragen und Antworten. Hamburg, 2017

Verra: Hey, dein Körper spricht. Worum es bei der Körpersprache wirklich geht. Hamburg, 2015

Voeth/Herbst: Verhandlungsmanagement. Planung, Steuerung und Analyste. Stuttgart, 2009